Unser Mitglied, Jan-Heiner Jacobs ist von der Region Hannover – Fachbereich Umwelt -  berechtigt worden, geschützte Waldameisen in Neustadt und Umgebung umzusiedeln. 

Im August 2013 wurden geschützte Waldameisen (Formica Polictena) aus einem Baugebiet in der Wedemark in den NABU-Schulgarten umgesiedelt.

Um das Nest wurde zum Schutz vor Schulkindern ein festes Gatter gebaut und gegen Wildschweinbeschädigungen, der Bauer vom Nachbarfeld gab uns den Hinweis, eine feinmaschige, pyramidenförmige Gitterkonstruktion zu erstellen.

Einige Jahre wurden die Ameisen beobachtet, ob und wie sie sich in den neuen Lebensraum eingefügt und eingelebt haben. Dabei wurde das Nest ständig überprüft. Festgestellt wurde, dass die umliegenden Bäume wie Tannen, Pflaumenbäume, Esche, Eichen und dergleichen zur Nahrungssuche im Sommer ständig belaufen wurden.

Nach fast 2Jahren wurde beobachtet, dass die Anzahl der Ameisen im Nest und in näherer Umgebung rückläufig war und es immer weniger wurden. Nach intensiver Suche auf dem Schulgartengelände wurde dann in ca. 6 mtr Entfernung im Gestrüpp eines Grenzwalles ein kleines Waldameisennest "entdeckt". Im Zeitraum von einigen Monaten wurde es immer größer und das alte immer kleiner.

Was war passiert? Die Ameisen sind "ausgewandert"und "umgezogen". Das passiert auch sonst in der Natur. Wenn z.B. durch Veränderung des Baumbestandes die Lichtverhältnisse eine geringere Sonneneinstrahlung auf das Nest bewirken. Und das ist hier der Fall gewesen. Man hat schon Wanderungen von Waldameisen-Nestern bis über 25 mtr Entfernung feststellen können.

Im Schulgarten sind wir jedoch froh darüber, dass uns die kleinen, fleißigen Nützlinge bei der Bekämpfung und Tilgung von Pflanzenschädlingen erhalten blieben. Sie sind also mittlerweile sesshaft geworden. Wir wollen hoffen, dass es noch lange der Fall sein wird.

FB Ameisenschutz

Frühjahr 2017  Jacobs

Der Naturschutzbund (NABU) Neustadt e.V. hat erfolgreich ein Volk der schwarz-braunen Waldameise (formica polictena) umgesiedelt. Sie mussten von einem Baugebiet in der Wedemark in den Schullehrgarten des NABU gebracht werden. Die Ameisen stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Eine Baufirma hatte sich an die Naturschützer gewandt, weil das Nest ihre Arbeiten blockierte. Vor der Umsiedlung der Tiere wurde die Deutsche Ameisenschutzwarte (DASW) vom NABU für umfangreiche Untersuchungen der Umweltbedingungen hinzugezogen.

In mühevoller Kleinarbeit wurde der Ameisenhügel mit seinen ca. 50.000 Bewohnern vorsichtig abgetragen, mit besonderem Augenmerk auf die Königinnen. Das geschah im April 2013. Danach wurde eine Informationstafel angefertigt und neben dem Hügel aufgestellt. Darauf können die Besucher des Schullehrgartens zum Beispiel sehen, wie die Waldameisen im Ökosystem vernetzt sind.

Der Bundesverband der Deutschen Ameisenschutzwarte (DASW) e.V. ist die Dachorganisation der Ameisenschutzwarte in den Bundesländern, die zum Schutz und zur Förderung einheimischer Ameisen und zur Sicherung ihrer Lebensgrundlagen gegründet wurden. DASW und ASW haben zum Ziel, den weiteren Rückgang der Hügel bauenden Waldameisen aufzuhalten, die vorhandenen Waldameisenbestände zu schützen, zu fördern und ihre natürliche Verbreitung zu unterstützen.

Dies geschieht durch:

  • Bestandsaufnahme (Kartierung) und Bestandsüberwachung
  • Gefahrenabwendung bei Baumaßnahmen aller Art
  • Durchführung von Not- und Rettungsumsiedelungen bedrohter Waldameisenvölker
  • Direkte Schutz- und Hegemaßnahmen sowie Lebensraumgestaltung Zusammenarbeit mit Behörden, Fach- und Naturschutzverbänden Fachliche Beratung von Forst- und Naturschutzbehörden zum Schutz der Waldameisennester Fort- und Weiterbildung von Lehrern, Naturschützern und naturkundlich interessierten Bürgern
  • Führungen, Vorträge, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Im Ameisenschutz bleibt viel zu tun. Mehr