Verbindliches „Greening“ der Direktzahlungen ist besiegelt.

Dem Engagement zahlreicher Bürger und Umweltverbände ist zu verdanken, dass die schlimmsten Beschlüsse verhindert wurden.

Bei der heutigen Abstimmung im Europaparlament wurde ein verbindliches „Greening“ der Direktzahlungen gegen den erheblichen Widerstand der Agrarlobby beschlossen. Mit der Reduzierung der ökologischen Vorrangflächen von sieben Prozent auf zunächst drei und später fünf Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen ist der Nutzen für die Umwelt jedoch verschwindend gering. Die Vorrangflächen gelten als Kernstück und wichtigste Maßnahme des Greenings, sie tragen zum Schutz von Boden, Wasser und biologischer Vielfalt bei.

Mehr

Neue Schutzmethoden für Wiesenvögel in der Agrarlandschaft-Förderung durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Bergenhusen - Noch vor 50 Jahren war der Kiebitz ein Allerweltsvogel, der fast überall auf Feldern und Wiesen in Deutschland häufig anzutreffen war. Heute ist er aus vielen Agrarlandschaften verschwunden und gehört mittlerweile zu den bedrohten Vogelarten. Sein Bestand ist in den vergangenen zwanzig Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen, so dass in Deutschland nur noch ca. 80.000 Paare brühten. Intensive landwirtschaftliche Nutzung und veränderte Fruchtfolgen haben zu starken Bestandsrückgängen geführt.

Mit dem Projekt ,, Der Sympathieträger Kiebitz als Botschafter: Umsetzung eines Artenschutz-Projektes zur Förderung des Kiebitzes in der Agrarlandschaft" will der NABU einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser attraktiven Vogelart leisten. Der Kiebitz brütet fast ausschließlich auf landwirtschaftlichen Nutzflächen und ist damit von den Aktivitäten der Landwirte abhängig.

..Hoher und dichter Pflanzenwuchs macht den Kiebitzen eine erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht oftmals unmöglich. Hier setzt das Projekt an. Wir erproben Maßnahmen, die sich in den Arbeitsablauf der Landwirte einbinden lassen, um Kiebitzen wieder geeignete Brutplätze zu bieten. So sollen auf Äckern und Wiesen vegetationslose Flächen geschaffen werden, um den Vögeln eine Brut zu ermöglichen: denn sie lieben die Rundumsicht", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller anlässlich der Auftaktveranstaltung zum Projektstart am Montag im Michael-Otto-Institut in Bergenhusen.

Knapp 5 Jahre lang werden neue Schutzmethoden für Kiebitze und andere Vogelarten entwickelt und in ganz Deutschland in Zusammenarbeit mit Landwirten ausprobiert. Erfolgsversprechende Maßnahmen sollen aufbereitet und in Agrarumweltmaßnahmen integriert werden. Abschließend sollen die Erfahrungen im Kiebitzschutz in einem Handbuch gebündelt werden. Drei Viertel der Kosten von insgesamt 1,45 Millionen Euro werden vom Bundesumweltministerium im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt übernommen. Ein Viertel tragen das Schleswig-Holsteinische Umweltministerium, die Hanns R. Neumann Stiftung und der NABU.

In einigen Jahren soll überprüft werden, wie diese und andere Schutzmaßnahmen greifen, damit der Kiebitz wieder eine Zukunft hat.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Mehr Infos und Pressefotos

www.NABU.de/presse

 

AbL enthüllt unkontrollierte Trockenkot- und Gülle-Flut aus Agrarfabriken
(Pressemitteilung vom   01.03.2012)

Auf eine wachsende Flut von Gülle und Geflügelmist aus Agrarfabriken, die bislang weitgehend unkontrolliert verteilt und ausgebracht werde, verweist die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Den niedersächsischen Agrarbehörden lägen hierzu offenbar intern seit längerem besorgniserregende Zahlen und Fakten vor, die jetzt endlich umfassend veröffentlicht werden müssten und aus denen rasch Schlussfolgerungen zu ziehen seien. Dies betreffe sowohl die Höhe der Nährstoff-Überschüsse aus neuen Großmastanlagen und Groß-Biogasanlagen als auch den Umfang legaler und illegaler Transporte aus den Niederlanden. Aus internen Unterlagen der Landwirtschaftskammer gehe nach Aussage von Insidern zudem hervor, dass derzeit kaum systematisch kontrolliert werde, welche Flächen doppelt mit Gülleausbringung belegt seien.


Hier geht's zur Bürgerinitiative gegen die geplanten Geflügelmastställe in Rodewald.


Im Kreis Hildesheim haben Jäger 121 kleine Freiflächen im Getreide als geschützte Plätze für Bodenbrüter angelegt.

Die Feldlerche steht in Deutschland seit einigen Jahren auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten; ihr Bestand in Europa hat sich in den Jahren von 1980 bis 2006 halbiert.

Ein einfaches Hilfsmittel kann den Feldlerchen das ungestörte Brüten erleichtern und auf diesem Weg für mehr Nachwuchs sorgen: das Lerchenfenster. Dabei handelt es sich um eine Fläche von ungefähr 20 Quadratmetern Größe, die im dichten Getreide freigelassen wird.

Bodenbrüter wie Lerche oder Rebhuhn bevorzugen Brutplätze, in denen sie sich nicht beengt fühlen: Die Fenster bieten dieses Gefühl und inmitten des Feldes einen Platz, der vor Fressfeinden relativ sicher ist.

Die Jägerschaft Hildesheim hat in der laufenden Anbauperiode 121 Lerchenfenster angelegt, Sie nutzt ein Förderprogramm der Landesjägerschaft. Für jedes Fenster, das im Feld angelegt wird, erhält ein Landwirt eine Anerkennungsprämie von zehn Euro. "Das ist praktischer Natur- und Artenschutz", sagt Dr. Joachim Algermissen, der Vorsitzende der Hildesheimer Jäger. Konkrete Zahlen über die Wirkung des Förderprogramms liegen in der Region noch nicht vor. Doch Erfolgsberichte aus England stimmen aber optimistisch. Dort wurde die Idee entwickelt - und die Brutzahlen im Wintergetreide in England haben sich mittlerweile verdreifacht.

Angelegt werden die Lerchenfenster, indem die Sämaschine bei der Aussaat des Wintergetreides einige Meter lang angehoben wird. Die künstlichen Lichtungen im Ackerbewuchs werden nicht nur von Feldlerchen und Rebhühnern, sondern auch von Kiebitzen und Hasen als Aufenthaltsraum und Rückzugsgebiet für die Jungenaufzucht genutzt. Wichtig ist allerdings, dass die Fenster nicht direkt an Fahrgassen für landwirtschaftliche Geräte angelegt werden, denn diese werden auch von Fressfeinden als Laufwege genutzt.

Anmerkung: Diese Maßnahme der Landesjägerschaft ist sehr zu begrüßen.